Ostseeviertel
- Bezirk:Lichtenberg
- Gebietsgröße:207 ha
- Einwohner:21.580 (31.12.2025)
Das Ostsseviertel mit dem Linden-Center, großen grünen Innenhöfen und dem leeren Zentrum an der Falkenberger Chaussee
Bild: Schrägluftbild: Dirk Laubner
Das Ostseeviertel liegt im Nordwesten von Neu-Hohenschönhausen und ist Teil der Großwohnsiedlung aus den 1980er Jahren. Es umfasst neben dem wertvollen Biotop um den Malchower See auch den Bereich des geplanten neuen Urbanen Zentrums zwischen dem Linden-Center und dem S- und Regionalbahnhof Hohenschönhausen. Der Großteil des Untersuchungsraums gehörte bereits bis zum Programmjahr 2025 zur Kulisse der Nachhaltigen Erneuerung. Seit 2005 wurde hier vor allem die soziale Infrastruktur mit Schulen, Kitas, Jugendfreizeiteinrichtungen und einem Nachbarschaftshaus qualitativ verbessert. Bei den öffentlichen Gebäuden besteht jedoch nach wie vor Sanierungsbedarf. Die Wohnungen werden überwiegend von der landeseigenen HOWOGE und von gemeinwohlorientierten Genossenschaften bewirtschaftet. Die HOWOGE plant auch Wohnungsneubau.
Im Ostseeviertel leben überdurchschnittlich viele ältere, aber auch sehr viel junge Menschen, unter ihnen viele Geflüchtete. Zusätzlich zu den bestehenden Gemeinschaftsunterkünften sind weitere geplant. Die Aufgaben im Bereich Integration, bei der Verhinderung von Armut und der Herstellung gleicher Bildungschancen bedingen einen großen Bedarf an weiterer Verbesserung der sozialen Infrastruktur.
Ein wesentliches Ziel der geplanten Förderung ist die Aufwertung und der klimagerechte Umbau des öffentlichen Raums, zum Beispiel rund um die beiden Einkaufszentren Linden-Center und RIZ. Der Bereich des RIZ soll mittelfristig neu geordnet werden, um dort neben Gewerbe auch Sonderwohnformen zu ermöglichen. Die Großsiedlung ist hitzebelastet; grüne Innenhöfe und größere Grünflächen wie der Malchower Seepark sowie die Biotope rund um die kleinen Wasserflächen Berl und Barther Pfuhl bieten gute Möglichkeiten für Verbesserungen, ebenso der Wustrower Park und der restliche Grünzug entlang der S-Bahnlinie. Besonders durch Vernetzung könnten sie an Qualität als Erholungsraum und urbanes Biotop gewinnen.
Filiale der Schule "Grüner Campus Malchow" in der Doberaner Straße. Einige Gebäude sind noch unsaniert.
Bild: Anka Stahl
Am 18. August 2025 stellte der Senat dem Bezirk Lichtenberg eine Aufnahme des Gebiets in das Förderprogramm Nachhaltige Erneuerung in Aussicht. Voraussetzung ist die Erarbeitung und Bestätigung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK). Die Entwicklung des ISEK beginnt im März 2026 und dauert voraussichtlich bis Februar 2027. Von Mai bis November 2026 sind verschiedene Beteiligungsformate für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Akteure aus Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft geplant. Im April 2027 ist ein Beschluss des Bezirksamtes zum ISEK Ostseeviertel vorgesehen. Der Senat wird seinen Beschluss zur endgültigen Festlegung der neuen Fördergebiete voraussichtlich im Juni 2027 treffen.
Erste Finanzierungszusagen für Startermaßnahmen sollen schon im Juli 2027 erteilt werden.
Stand: September 2026