Informationen
- Bezirk:Spandau
- Gebietsfestlegung:09.05.2017 gemäß § 171b BauGB
- Gebietsgröße:ca. 443 ha
- Einwohner:31.926 Einwohner (Stand 12/2024)
- Bewilligte Programmmittel:24,6 Mio. Euro (Stand 01/2025)
- Bezirk:Spandau
Das Fördergebiet Brunsbütteler Damm/ Heerstraße liegt im Spandauer Ortsteil Staaken südwestlich der Spandauer Altstadt und erstreckt sich bis an die Landesgrenze zu Brandenburg. Die Wilhelmstadt und der Ortsteil Neu-Staaken bilden die östliche und westliche Grenze. Die beiden überörtlichen Hauptverkehrsstraßen Brunsbütteler Damm und Heerstraße durchqueren das Fördergebiet jeweils in Ost-West-Richtung.
Blick vom Hahneberg auf das Gebiet an der Heerstraße
Bild: Bianka Gericke
Das Fördergebiet ist ein bedeutender Wohnstandort am westlichen Berliner Stadtrand und wird wesentlich durch die Großsiedlungen „Heerstraße Nord“ und „Louise-Schröder-Siedlung“ geprägt. Die Heerstraße Nord zählt zu den größten Nachkriegssiedlungen im Bezirk und umfasst unter anderem die „Obstalleesiedlung“ sowie die westlich des Magistratsweges gelegene „Rudolf-Wissell-Siedlung“. Im Norden liegt die ebenfalls in den 1960er und 1970er Jahren errichtete „Louise-Schröder-Siedlung“. Ergänzt wird das Gebiet durch Einfamilienhausbereiche, Wochenendhausgebiete und Kleingärten.
Ein besonderes Merkmal ist der hohe Grünanteil: Das Gebiet ist von vielfältigen Grünflächen umgeben – darunter der Hahneberg, der Bullengraben und der Egelpfuhlpark. Diese stellen nicht nur wertvolle Erholungsräume dar, sondern bieten auch Potenzial für die ökologische Vernetzung und klimatische Aufwertung des Quartiers. Die Förderung durch das Programm Nachhaltige Erneuerung wurde durch einen starken Einwohnerzuwachs, insbesondere von Haushalten mit geringen Einkommen, notwendig. Der daraus resultierende Druck auf die soziale Infrastruktur sowie der bestehende Sanierungsbedarf im Gebäudebestand und im öffentlichen Raum – insbesondere im Zentrum an der Obstallee – stellen große Herausforderungen für die Quartiersentwicklung dar.
Der Spielplatz "Sterne und Galaxie" im Jonny-K.-Park ist fertig
Bild: Anka Stahl
Übergeordnetes Ziel ist es, im Gebiet eine hohe Wohn- und Lebensqualität , die gleichsam alle Generationen und Schichten der Bevölkerung sowie die unterschiedlichen Kulturen einbindet. Das Fördergebiet soll als Wohnstandort mit grüner Prägung und einer sozialen Ausgewogenheit entwickelt werden. Wegweisend hierfür sind Investitionen in vielfältige soziale und kulturelle Einrichtungen, die auf kurzen und attraktiven Wegen erreichbar sind. Mit der Umgestaltung der Freiflächen sollen ausgedehnte und zum „Grünen Ring“ vernetzte Grün- und Erholungsräume mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen - mit Bewegungs- und Freizeitangeboten für alle Generationen. Angestrebt wird zudem ein Imagegewinn für den Wohnstandort. Die Maßnahmen sollen einen hohen ‚Mehrwert‘ für die Bewohnerschaft und eine Impulswirkung für private Investitionen im Gebiet, wie auch im Umfeld, bewirken.
Beteiligung zur Gestaltung des Grünen Rings im September 2024
Bild: Anka Stahl
Bereits bei der Erarbeitung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) 2016 konnten sich die Bürgerinnen und Bürger sowie zahlreiche Akteurinnen und Akteure aus dem Stadtteil in die Diskussion einbringen. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit werden die Anwohnenden unter anderem über ein regelmäßig an alle Haushalte verteilte Rundschreiben zum aktuellen Stand der Maßnahmen informiert. Zudem wird bei nahezu jedem Projekt eine zielgruppenorientierte Beteiligung angeboten. Durch die Überlagerung mit dem Quartiersmanagement Heerstraße Nord (Förderkulisse Sozialer Zusammenhalt) und dem BENN Gebiet Staaken ergeben sich Synergieeffekte für die integrierte Quartiersentwicklung.
Siegerentwurf des Wettbewerbs zum Begegnungszentrum Zuversicht
Bild: sander.hofrichter planungsgesellschaft mbH, Berlin
Am 9. Mai 2017 wurde durch den Berliner Senat die Aufnahme des Gebiets in die Förderung beschlossen. Zu den Startermaßnahmen zählen die Umgestaltung des Spielplatzes Cosmarweg und die Vorplanung für den Jonny-K.-Aktivpark, der 2025 fertiggestellt wird. Eine Calisthenics-Anlage am Bullengraben wurde Ende 2023 eröffnet. Als zweiter Förderabschnitt ist dort ein Mehrgenerationen-Fitness-Angebot geplant. Eine Reihe kleinteiliger Maßnahmen zur Barrierefreiheit im öffentlichen Straßenraum der Obstalleesiedlung wurde ebenfalls 2023 fertiggestellt.
Die Naturschutzstation an der Heerstraße, die bis 2023 in mehreren Bauabschnitten neu gestaltet wurde, entwickelt sich seit einigen Jahren zu einem wichtigen Standort der Umweltbildung. Für verschiedene Teilabschnitte des Grünen Rings wurden bereits Machbarkeitsstudien erstellt. Die Bauarbeiten am Nördlichen Rieselfeldabfanggraben und die Planungsphase zum Egelpfuhlgraben Süd beginnen voraussichtlich Ende 2025.
Ein Anbindungskonzept zum Grünzug am Langen Becken bildet die Grundlage für die weitere Qualifizierung der Fläche in den kommenden Jahren und ab Herbst 2025 entsteht hier bereits ein Spielplatz. Das Leitsystem für den Grünen Ring soll im Rahmen der diversen Teilprojekte Schritt für Schritt umgesetzt werden. Der Bau des Begegnungszentrums am Brunsbütteler Damm, im Norden des Fördergebiets, beginnt voraussichtlich 2026. Für den Neubau der Jugendfreizeiteinrichtung „Geschwister-Scholl-Haus“ am Magistratsweg liegen bereits die Planungen vor.
Startseite der neuen Plattform für das Gebiet
Die Online-Plattform "Orte und Worte" ist ein ständig erweitertes gemeinsames Projekt des Quartiersmanagements Heerstraße Nord und des Gebietsbeauftragten für das Fördergebiet der Nachhaltigen Erneuerung. Gut 50 Orte und Projekte, davon rund 40 mit Bild, Text, Audio oder Video, werden seit Mai 2021 vorgestellt unter
Stand: August 2025