Das Fördergebiet Haselhorst/Siemensstadt

Das Fördergebiet befindet sich im Nordosten des Bezirks Spandau und grenzt an die Bezirke Reinickendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf. Mit der geplanten Entwicklung und Verdichtung angrenzender Bereiche durch große Wohnungsbauvorhaben auf der Insel Gartenfeld sowie der Entwicklung des Stadtquartiers “Siemensstadt Square” wird mit einer erheblichen Steigerung des Nutzungsdrucks auf die vorhandene Infrastruktur gerechnet.

Gebäudezeile in der Mäckeritzstraße von Hans Scharoun in der Großsiedlung Siemensstadt

Gebietscharakteristik

Das Fördergebiet umfasst ausgedehnte Wohngebiete. Im Stadtteilzentrum Siemensstadt sind zentrale Versorgungseinrichtungen des Einzelhandels und der sozialen Infrastruktur gebündelt. Städtebaulich ist das Fördergebiet zweigeteilt. In Haselhorst dominieren Zeilenbebauungen der 1930er-Jahre. Für den Teilbereich Siemensstadt sind Blockrand- und Zeilenbebauungen der Gründerzeit sowie der Nachkriegszeit prägend. Die Siedlungen Siemensstadt und Siemens-Arbeitersiedlung, die Siedlung Heimat und das UNESCO Weltkulturerbe “Ringsiedlung Siemensstadt” stehen ganz oder teilweise unter Denkmalschutz.

In einzelnen Wohngebieten gibt es Rückstände bei der Instandhaltung und der energetischen Sanierung. Auf Spielplätzen, Grünflächen und Wegeverbindungen sowie an der öffentlichen Infrastruktur zeigen sich vielerorts Mängel. Im Stadtteilzentrum Siemensstadt und im Nahversorgungszentrum Haselhorst weist das Einzelhandelsangebot Defizite auf. Ausgedehnte Grünanlagen wie der Wilhelm-von-Siemens-Park und diverse Kleingartenkolonien sowie die Anbindung an den Nahverkehr bilden Potenziale für eine positive Entwicklung der Wohngebiete.

Informationen

  • Bezirk:
    Spandau
  • Gebietsfestlegung:
    10.08.2021 gemäß § 171b BauGB
  • Gebietsgröße:
    ca. 274 Hektar
  • Einwohner:
    24.443 (Stand 12/2024)
  • Bewilligte Programmmittel:
    2,1 Mio. Euro (Stand 01/2025)
  • Große Vermieter:
    Gewobag (Land Berlin), Deutsche Wohnen, ADO Immobilien-Management GmbH

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Gebietsportrait Fördergebiet Haselhorst/Siemensstadt

  • Doctype: PDF-Dokument (3,6 MB) – Stand: 08/2025

Wohnbebauung in der Mäckeritzstraße, Nähe U-Bahnhof Siemensdamm

Leitbild und Entwicklungsziele

Die zukünftige Quartiersentwicklung in Haselhorst und Siemensstadt steht unter dem Leitbild „Haselhorst und Siemensstadt in Bewegung – Lebenswerte Quartiere zukunftsfähig vernetzen und gemeinsam gestalten“. Zu den sieben Leitlinien des Handelns zählen die Erhaltung des baukulturellen Erbes und die Stärkung historischer Orte, die bedarfsgerechte und attraktive Gestaltung der Wohnquartiere, die gemeinsame Konzeption sozialer und kultureller Infrastruktur, die Stärkung bestehender Zentren, die Nutzung von Freiraumpotenzialen zur Schaffung neuer Erholungs- und Bewegungsmöglichkeiten, die Vernetzung geschützter Grünräume sowie die Förderung von Klimaschutz und Klimaanpassung und die stadtverträglich und innovative Verkehrsgestaltung.

Am Tag der Städtebauförderung 2022 informierten Benjamin Schrader vom Stadtentwicklungsamt (links) und Olaf Kube von der Gebietsbeauftragten S.T.E.R.N. GmbH über das Fördergebiet Haselhorst/Siemensstadt.

Beteiligung

Der öffentliche Auftakt für das Fördergebiet erfolgte am Tag der Städtebauförderung 2022 mit einer Veranstaltung vor Ort. Im Rahmen der konkreten Maßnahmenumsetzung sind zukünftig zahlreiche, anlassbezogene Beteiligungsprozesse vorgesehen. So wurde bspw. im Mai/ Juni 2022 ein erstes Beteiligungsverfahren zur Erneuerung des Drachenspielplatzes durchgeführt. Um eine möglichst barrierearme und breite Teilnahme der Betroffenen zu gewährleisten, wird zudem die Online-Beteiligung auf mein.berlin.de ermöglicht. Mit der Fertigstellung von Baumaßnahmen wird es Eröffnungs- bzw. Einweihungsveranstaltungen geben. Darüber hinaus wirken im Rahmen des Gebietsfonds interessierte Bürgerinnen und Bürger als Mitglieder der Gebietsfonds-Jury an der Auswahl von Projekte mit, die über den Gebietsfonds gefördert werden.

Stand des Verfahrens und Ausblick

Das Verfahren im Förderprogramm Nachhaltige Erneuerung befindet sich noch in der Startphase. Der Bezirksamtsbeschluss zum ISEK wurde am 11. Mai 2021 gefasst. Mit dem Beschluss des Berliner Senats am 10. August 2021 wurde das Gebiet in das Förderprogramm Nachhaltige Erneuerung aufgenommen. Der Zeitraum der Umsetzung für die zahlreichen im ISEK benannten Projekte mit Kosten von über 200 Mio. Euro, davon 49 Mio. Euro direkt mit Mitteln des Förderprogramms Nachhaltige Erneuerung, ist für zehn bis fünfzehn Jahre prognostiziert. Neben den genannten Starterprojekten wird zurzeit die Umsetzung weiterer Maßnahmen vorbereitet.

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Stand: August 2025