Das Fördergebiet Marzahn-Süd
Der Helene-Weigel-Platz mit dem Marzahner Rathaus ist das Zentrum des Gebiets
Bild: S.T.E.R.N. GmbH
Ausgangssituation
Marzahn-Süd ist der älteste Teil der Großsiedlung Marzahn. Das Fördergebiet wird durch die Bundesstraße 158 im Westen und die Landsberger Allee im Norden sowie die reinen Einfamilienhausgebiete Biesdorf Nord und Kolonistensiedlung im Osten und Nordosten begrenzt. Der in Ost-West-Richtung verlaufende Teil der Allee der Kosmonauten und die Polchaustraße teilen das Gebiet in drei Bereiche.
Im mittig gelegenen Springpfuhl-Quartier mit dem gleichnamigen Park und Wohnhochhäusern befindet sich das Zentrum des ehemaligen Stadtbezirks Marzahn: der Helene-Weigel-Platz mit Einkaufsmöglichkeiten, medizinischen Einrichtungen, Schwimmhalle sowie einer Grundschule mit zwei Sporthallen. Der Platz mit dem unter Denkmalschutz stehenden Rathaus gilt als prägendes städtebauliches Ensemble. An seiner Ost- und Westseite ist eine zusätzliche Bebauung mit Gewerbesockeln und Wohnhochhäusern für bis zu 1.000 Menschen vorgesehen. Der architektonische Charakter und die Mischung aus Wohnen, Versorgung und Begegnung soll dabei erhalten bleiben. Dazu laufen aktuell zwei Bebauungsplanverfahren.
Westlich und nordwestlich nehmen ein Gewerbegebiet und Parkplatzflächen den Raum zwischen Bundesstraße und S-Bahn-Trasse ein. Bis zum Bruno-Baum-Grünzug im Norden finden sich außerdem mehrere Plattenbauriegel, eine Gemeinschaftsunterkunft und das Viktor-Klemperer-Kolleg. Am Eugen-Roth-Weg an der Südspitze des Untersuchungsgebiets liegt ein großes Sportgelände. Nördlich davon wurden bereits Neubauten errichtet. Prägend sind hier außerdem ein lokales Einkaufszentrum und der Heinz-Graffunder-Park.
Marzahn-Süd soll als inklusives, zukunftsorientiertes Quartier weiterentwickelt werden, das soziale Teilhabe, Chancengleichheit und Lebensqualität für alle Generationen bietet. Im Fokus der geplanten Förderung stehen die Bereiche Springpfuhlpark, Heinz-Graffunder-Park und Helene-Weigel-Platz – zentrale Orte mit hohem Entwicklungspotenzial. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Bedürfnissen von Älteren, von Menschen mit Behinderungen sowie Familien und mobilitätseingeschränkten Personen. Wichtig sind die Verbesserung der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und die Förderung des Fußverkehrs. Auch die Qualifizierung sozialer Einrichtungen, wie der Musikschule und des Begegnungszentrums MurINKA, werden angestrebt. Das betrifft auch die barrierefreie Aufwertung der dazugehörigen Freiflächen. Dringend erforderlich ist außerdem die Qualifizierung der Sportstätten am Eugen-Roth-Weg.
In der Vergangenheit wurden in Marzahn-Süd mit Mitteln aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung bereits wichtige Projekte realisiert, zum Beispiel die Spiellandschaft Murtzaner Ring sowie einer der drei Paradiesgärten. Aktuell laufen die Bauarbeiten zur Sanierung und Aufstockung des Jugendclubs „Die Klinke“. Die Erweiterung der Kita „Raupe Nimmersatt“ wurde kürzlich abgeschlossen.
Mit Mitteln aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung wurde außerdem 2020 und 2022 ein Handlungskonzept für ein barrierefreies und inklusives Quartier Springpfuhl/Südspitze erarbeitet. Es deckt einen großen Teil des Untersuchungsgebiets ab und entstand mit intensiver Beteiligung der Anwohnerschaft, Verwaltung und lokalen Akteuren.
Gebietsinformationen
Marzahn-Süd
- Bezirk:Marzahn-Hellersdorf
- Gebietsfestlegung:25.08.2026 gemäß § 171b BauGB
- Gebietsgröße:ca. 140 ha
- Einwohner:ca. 19.248 (31.12.2025)
Nächste Schritte
Das Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) wurde am 7. Juli 2026 vom Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf als Voraussetzung für die Aufnahme in die Förderkulisse beschlossen. In ihm werden Entwicklungsziele für die kommenden zwölf bis 15 Jahre formuliert. Für die Umsetzung der Maßnahmen des ISEK werden Kosten in Höhe von rund 94 Millionen Euro erwartet, von denen rund 54 Millionen Euro durch das Bund-Länder-Programm Nachhaltige Erneuerung in Aussicht gestellt werden. Der Senat hat die endgültigen Festlegung des neuen Fördergebiets am 25. August 2026 beschlossen. Erste Finanzierungszusagen für Pilotmaßnahmen sollen schon 2026 erteilt werden. Zuvor wird ein Gebietsbeauftragter zur Unterstützung bei der Umsetzung der geplanten Maßnahmen per Ausschreibung gesucht.
Kontakt
- Blank, Rainer
- Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
- Tel.: 030 90173 4793
- Hunkenschroer, Birgit
- Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
- Tel.: 030 90173 4791
- Hanczuch, Sven
- Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, Stadtentwicklungsamt
- Tel.: 030 90293 5214
Stand: August 2026