Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg plant den Neubau eines Jugendzentrums. Dort sollen auch die Jugendclubs Drugstore und Potse Platz finden, die zurzeit in Mietobjekten untergebracht sind. Sie benötigen dringend eigene Räume, in denen u.a. Kreativ- und Kunstworkshops, Bildungsveranstaltungen, Beratung sowie Konzerte und Proben möglich sind. Ein sozialer Träger soll in dem geplanten Neubau Seminar- und Büroräume erhalten und organisatorische Aufgaben übernehmen.
Der vorgesehene Standort für das neue “Haus der Jugend” liegt gegenüber dem ehemaligen Kasernenkomplex General-Pape-Straße. Weitere Nachbarn sind eine Kleingartenanlage, ein Gewerbegebiet und die sogenannte Fliegersiedlung Tempelhof.
Der Drugstore und die Potse sind die ältesten selbstverwalteten Jugendzentren Berlins, ihre Geschichte begann in den 1970er Jahren. Die ehrenamtlich organisierten, basisdemokratischen Kollektive schaffen niedrigschwellige Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene.
2024 erarbeiteten sie gemeinsam mit der Verwaltung ein Konzept, in dem die benötigten Räume und weitere Eckdaten festgelegt sind. Angedacht ist ein mindestens zweigeschossiges, barrierefreies Gebäude mit getrennten und auch gemeinsam nutzbaren Bereichen. Für die gemeinsame Nutzung vorgesehen sind Büro- und Werkstatträume, eine kleine Bibliothek, die Küche und die All-Gender-Sanitäranlagen, inklusive eines Behinderten-WCs, sowie der Außenraum. Lager, Veranstaltungs- und Proberäume werden jeweils einem der beiden Zentren zugeordnet. Die zukünftigen Nutzergruppen wünschen sich zudem eine “Sitztreppe” am Haupteingang als identitäts- und gemeinschaftsstiftendes Element. Sie soll an die frühere Adresse an der Potsdamer Straße 180 erinnern, die die Zentren nach Privatisierung aufgeben mussten.
Der Neubau soll zu 25 Prozent aus Mitteln des Bezirks und zu 75 Prozent aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung finanziert werden. Für ein bestmögliches Konzept richtet die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen im zweiten Halbjahr 2025 in Amtshilfe für den Bezirk einen Architekturwettbewerb aus. Die Anforderungen sind hoch: Der Neubau soll überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen, regional verfügbaren und möglichst wiederverwendbaren und rückbaufähigen Materialien bestehen. Zur Energieversorgung sind eine Wärmepumpe und eine Photovoltaik-Anlage angedacht. Zugleich sollen der Akustik und dem Schallschutz Rechnung getragen werden.
Eine erste öffentliche Informationsveranstaltung findet am 6. November 2025 statt. Geplant sind außerdem eine Präsentation der Entwürfe kurz vor der Juryentscheidung sowie eine Ausstellung nach Bekanntgabe der Ergebnisse.