Die notwendige Sanierung des Gesundheitsamtes Friedrichshain-Kreuzberg hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg genutzt, um aus dem Verwaltungsstandort ein zeitgemäßes Gesundheits- und Beratungszentrum mit niedrigschwelligen offenen Angeboten zu entwickeln. Damit ist ein öffentlicher Ort der Gesundheitsförderung und -versorgung entstanden, der entsprechend dem modernen Public-Health-Verständnis zur Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung beiträgt.
Wichtigste Projektziele waren die im Gesundheitsdienstgesetz verankerte Förderung der Prävention und der gleichberechtigte Zugang zu den Angeboten, insbesondere für sozial benachteiligte Gruppen und Menschen mit Migrationshintergrund.
Um das Gebäude für seine neuen Aufgaben herzurichten, waren Grundrissänderungen und umfangreiche Innenausbauten nötig. Ein neues, einladendes Entrée und ein Besucher-Leitsystem sorgen für eine angenehme Atmosphäre und gute Orientierung im Gebäude. Die vier Etagen inklusive des Souterrains mit einem Bewegungsraum unterscheiden sich in ihrer kontrastreichen Farbgebung in Gelb, Grün, Blau und Rot. Zusätzlich sind Beschriftungen in Braille-Schrift angebracht.
Sowohl bezirkliche Einrichtungen als auch externe Partner mit Präventionsangeboten werden in Zusammenarbeit mit der bezirklichen Planungs- und Koordinierungsstelle Gesundheit die Räume des neuen Gesundheitszentrums nutzen. Zu den geplanten Angeboten zählen ein interdisziplinäres Frühförderzentrum mit interkultureller Ausrichtung, Angebote der Frühen Hilfen (z.B. für Schreibabys und Eltern), das Schließen von Impflücken, die Beratung von Jugendlichen bei psychosozialen Problemen sowie Beratungen für ältere Menschen bei sozialen und gesundheitlichen Problemen. Vorgesehen ist auch eine „Umweltmedizinische Ambulanz“ mit Fokus auf Problemen, die auf die hohe Umweltbelastung durch Luftverschmutzung, Lärm und Hitze im Fördergebiet zurückgehen.
Die berlinweite Beratungsstelle für hörbehinderte Kinder und Jugendliche erhielt mehrere Audiometrie-Kabinen. Als vorteilhaft erweist sich hier die Nähe zur Margarethe-von-Witzleben-Schule, einer Sonderschule für hörgeschädigte Kinder im Fördergebiet.
Mit Mitteln von SIWANA (Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds) und bezirklichen Investitionsmitteln wurde das Dach saniert. Aus dem Programm Stadtumbau erfolgte die Erneuerung des restlichen Gebäudes und der Umbau zum Gesundheitszentrum. Am 16. September wird mit einem Tag der offenen Tür die Einweihung gefeiert.