Der Nördliche Rieselfeldabfanggraben bildet eine naturräumliche Verbindung zwischen dem Hahneberg im Westen und der Havel im Osten. Bisher war der 1,8 Kilometer lange Abschnitt entlang des kaum Wasser führenden Grabens vom Hahneberg bis zum Langen Becken nicht zugänglich. Das Bezirksamt Spandau baut ihn mit Mitteln aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung als Teil eines grünen Rundweges um das Stadtumbaugebiet aus. Dieser "Grüne Ring" wird das Lange Becken, den Egelpfuhlgrabengrünzug, den Bullengraben, die Staakener Felder, den Hahneberg und den Nördlichen Rieselfeldabfanggraben zu einem Grünverbund mit unterschiedlichen Nutzungsangeboten verknüpfen.
Mit einer Machbarkeitsstudie wurde 2020 die Realisierbarkeit des öffentlichen Grünzuges entlang des nördlichen Rieselfeldabfanggrabens zwischen Semmelländerweg und Gatower Straße überprüft. Flora und Fauna wurden erfasst und kartiert, 1.500 Bäume wurden hinsichtlich ihrer Gesundheit und Vitalität bewertet, über 30 Brutvogelarten nachgewiesen. In einem Abstimmungsprozess mit intensiver öffentlicher Beteiligung wurde eine Vorzugsvariante entwickelt.
Als Ergebnis wird der NRA als Abschnitt des Grünen Rings nutzbar gemacht und mit den Abschnitten Hahneberg und Langes Becken verknüpft. Bis 2028 entsteht ein Fußweg mit begleitenden Fitnessangeboten, der u.a. den Schulweg vieler Kinder zur Grundschule am Amalienhof erleichtern soll. Der Weg wird mindestens drei Meter breit und vollständig barrierefrei sein. Als Rückzugsort für Tiere werden entlang des Weges neue Gehölze gepflanzt und Benjeshecken angelegt.
Am 11. Juli 2024 fand eine Infoveranstaltung zum südlichen Teil des Grünen Rings in der Grundschule am Amalienhof statt. Ein öffentlicher Workshop am 25. September beschäftigte sich ebenfalls mit dem NRA. Am 19. November 2024 endete die Beteiligung zum Südlichen Grünen Ring mit einer Abschlussveranstaltung im Rathaus Spandau.
Vor Beginn des Wegebaus begannen im März 2026 vorbereitende Arbeiten zum Natur- und Artenschutz, wie die Entfernung invasiver, nicht heimischer Pflanzenarten im Graben- und Randbereich. Gleichzeitig wurden neue Lebensräume für Zauneidechsen vorbereitet und ein Amphibienschutzzaun errichtet. Weitere Informationen finden Sie auf der Beteiligungsplattform des Landes mein.Berlin.de